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Grundlagen der Rohfütterung - Theorie und Praxis

Frank Degenhardt und Henry Wollentin

Einleitung

Manchmal gehen die Dinge seltsame Wege.

Wenn Sie, als Sie mit dem Lesen dieses Textes begonnen haben, dachten, wir hätte uns irgendwann hingesetzt und geplant, derart ausführliche Ausführungen über die naturnahe Ernährung von Hunden zu schreiben, und hätten in nächtelanger Arbeit die Texte verfasst, dann sind Sie völlig auf der falschen Fährte.

Das Ganze kam ganz anders.

Unsere gemeinsame Arbeit mit der naturnahen Hundeernährung begann schon vor vielen Jahren. Frank hatte damals einen klassischen Zooladen und wir lernten uns 1997 bei einem anderen tierischen Hobby kennen, der Aquaristik.

Henry, also ich, hatte als Kind und Jugendlicher immer sehr große Angst vor Hunden, die auch erst gänzlich verschwand, als ich  Franks Großpudel Sammy kennen lernte und mit ihm anfing, die Geheimnisse der natürlichen Ernährung der Tierart Canis lupus familiaris (Haushund) zu ergründen. Anfänglich war es hauptsächlich Franks Arbeit, aber es dauerte nicht lange, als auch meine Interessen-Glocke läutete und ich ständig seine Erkenntnis geistig mit aufsaugte. Dies ist auch die Stelle, an der ich ihm meinen Dank aussprechen möchte, denn ohne ihn hätte ich weder meine Angst vor Hunden verloren noch würde ich mich derart tief in die Biologie eines Hundes rein denken und vor allem fühlen können.

Die intensive Beschäftigung mit Hunden brachte es dann auch mit sich, dass ich einigen Rassen emotional stärker zugetan bin als anderen. Neben meinem absoluten Favoriten, dem schottischen Collie (wer hat als Kind nicht "Lassie" gesehen?), wären hier z. B. die Schlittenhunde zu nennen, allen voran die Alaskan Malamuts.

Um ein Wenig über diese interessante und nicht ganz alltäglich Rasse zu lernen, meldete ich mich in einem Internetforum an, dass sich speziell mit dieser Rasse beschäftige. Schon nach kurzer Zeit wurde ich dort gefragt, ob ich denn nicht mal ein paar Hintergründe der Ernährungsphysiologie und der naturnahen Ernährung (gemeinhin als „BARF“ bezeichnet) erläutern könnte. Ich sagte zu.

Und wie ich dann so vor mich hin schrieb, wurden die Texte immer länger und länger, denn ein Gedanke rief die nächsten zwei auf den Plan. Frank fragte mich zu dieser Zeit, ob mir denn klar sei, auf was ich mich da eingelassen hatte. Na ja, um ehrlich zu sein, so ganz klar war mir das nicht. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zwar schon viele Jahre Erfahrung intensiver Forenarbeit hinter mir, vor allem in der Aquaristik, aber dass es so viel Arbeit werden würde, hätte ich dann doch nicht gedacht.

Als ich mit der ganzen Schreiberei „durch“ war, wurde ich von Heidrun, einer sehr verantwortungsbewussten Halterin von Schlittenhunden (Samojeden) und Hundeschlittenführerin aus Österreich, gefragt, ob ich die Texte archiviert hätte und Sie Teile davon für Ihre Internetseite bekommen könnte. Ich hatte natürlich gar nichts archiviert, aber ich tat es dann schnellstens, denn dass Foren auch mal schnell aus dem WWW verschwinden können, dürfte den Meisten bekannt sein.

Als ich dann die Anzahl der A4-Seiten sah, die die Texte verbrauchten, war ich doch ein wenig überrascht und auf einmal keimte in mir der Gedanke auf, dass man diese Texte, natürlich in überarbeiteter Form, anderweitig veröffentlichen könnte. Gesagt - getan! Und Heidrun gilt mein besonderer Dank, denn ohne ihre Frage wäre ich wohl nicht auf diesen Gedanken gekommen.

Der ursprüngliche Plan war, die Texte in einer Broschüre oder in einem buch zu verarbeiten, aber wir mussten leider feststellen, dass der Arbeitsufwand, der damit verbunden gewesen wäre, unsere aktuelle Freizeit bei weitem übersteigen würde. Also entschlossen wir dazu, Ihnen die Texte hier zur Verfügung zu stellen, wo wir nach und nach und so, wie es unsere Zeit erlaubt, daran arbeiten können.

Was Sie hier nun auf Ihrem Monitor sehen, ist das Ergebnis dieser Arbeit.

Die Anleitung legt keinen Wert auf wissenschaftliche Exaktheit und Vollständigkeit, sondern soll Ihnen als Hundebesitzer, der sich Gedanken über eine gesunde Ernährung seines Lieblings macht, einen Leitfaden durch die Hintergründe, die Mythen und die praktische tägliche Fütterung geben, jenseits von Bedarfstabellen und Futterplänen. Wir wollen Ihnen zeigen, wie Sie es erreichen können, mit einigem Hintergrundwissen ein Gefühl für die naturnahe Ernährung Ihres Hundes zu entwickeln und Spaß bei der Zubereitung Ihres Hundefutters zu haben, ohne dreistellige Summen für dubiose Ernährungsberatungen ausgeben und ohne ständig Taschenrechner und Excel-Tabellen bemühen zu müssen.

Unser Dank gilt dabei den Menschen, die uns auf dem Weg bis zu diesem Ergebnis begleitet haben, manche vielleicht ohne dass es ihnen bewusst ist.

Beispielhaft möchten wir folgende Personen nennen:

  • unsere Ehefrauen mit ihrer endlosen Geduld,
  • unserer Freundin und Ratgeberin in medizinischen Fragen Anita Schwenk, 
  • HP ..., Franks leider bereits verstorbenem Freund und Mentor von der Firma HSH Tiergesundheit,
  • Dr. Klaus-Rainer Töllner von der Firma PerNaturam,
  • Claudia Hennicke, unserer später ins Team aufgenommenen Tierheilpraktikerin, die unsere Texte mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen erweitert und ergänzt hat,
  • allen Kunden und Hunden von Franks Laden, die uns mit Zufriedenheit und Gesundheit gezeigt haben, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Und nun wünsche wir Ihnen viel Spaß auf dem Weg durch das Verdauungssystem Ihres Hundes und dass Sie künftig einmal öfter an der Tür Ihres Tierarztes vorbei gehen können.

Fortsetzung folgt

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